Im PKW ist der Kühlmittelbehälter üblicherweise Teil des Drucksystems. Da ist der Behälter normalerweise rund und hat einen geschraubten Deckel mit einer Dichtung dran. Der wird im Betrieb die ganze Zeit von Kühlmittel durchströmt.
Im Motorrad fungiert der Behälter üblicherweise nur als "Überlauf". Also bei einem bestimmten Druck (der entsteht durch die Erwärmung des Systems) öffnet ein Ventil im Kühlerdeckel und lässt Kühlmittel über einen Schlauch in den Ausgleichsbehälter entweichen. Bei sinkendem Druck (wenn der Motor abkühlt) wird wieder etwas zurückgezogen.
Wenn du eine Leckage hast, bei der keine Luft ins Drucksystem kommt, funktioniert der Rücklauf wie gewohnt. Beim abkühlen wird fehlendes Kühlmittel aus dem Ausgleichsbehälter gezogen. Wenn du aber eine Leckage hast, bei der Luft ins Drucksystem kommt, wird diese Luft bei steigendem Druck in den Schlauch zum Ausgleichsbehälter gedrückt (da sich Luft ja immer oben sammelt, also am Kühlerdeckel). Wenn das System dann wieder abkühlt, wird nur diese Luft zurück ins System gezogen. Der stand im Kühlmittelbehälter bleibt, wie er ist.
Wenn du am Motorrad bei laufendem Motor die Ablassschraube aufschraubst, läuft das Kühlsystem leer. Der Behälter bleibt dabei aber voll
Ich kontrolliere beim normalen Check Up auch nur den Ausgleichsbehälter. Wenn ich aber Anlass zur Sorge habe, dass mit dem Kühlsystem etwas nicht stimmt (eine bekannte oder vermutete Leckage oder, wenn der Lüfter in ungewöhnlichen Situationen an geht) schau ich im Kühler nach.