so, ich melde Vollzug.
Reifengröße 90/90-21 und 120/90-18 sind so gut wie eingetragen. Zur Zulassungsstelle hab ich es noch nicht geschafft aber abgenommen sind sie.
Und zwar sowohl bei meiner MD38 CRF250L, als auch bei der ND16 CRF300L.
Was war dafür nötig?
1. Freigabe-Dokumente vom Hersteller (in meinem Fall Pirelli / Metzeler). Siehe Anhang für den Six Days Extreme aber holt euch am besten ein solches Dokument vom Hersteller des gewünschten Reifens.
2. einen willigen Prüfer: da war es schwieriger. Habe erst bei der Dekra in Berlin Reinickendorf angerufen, die wollten aufgrund des größeren Abrollumfangs ein Gutachten z.B. von einem Tachodienst haben, das bescheinigt, dass der Tacho noch immer ausreichend vor geht. Ich habe exakt 0 Tachodienste in Berlin und Brandenburg gefunden, die sowas hätten leisten können.
Dann nochmal bei der Dekra in Oranienburg (bei Berlin) angerufen und der hat das etwas pragmatischer gesehen. Für ihn musste der Reifen die folgenden Anforderungen erfüllen:
a) er muss mechanisch passen. Also darf nirgendwo am Kettenschutz, der Schwinge, Schwingenschutz etc. anstreifen
b) Tacho muss weiterhin vorgehen. Überprüft wurde das durch den Gutachter auf einer Probefahrt (ca. 15 minuten) anhand der GPS-Geschwindigkeit seines Mobiltelefons (mit Smart Watch abgeglichen)
c) ABS darf keine Fehlermeldung werfen (MD38 hat kein ABS aber bei der ND16 wurde der Durchmesser hinten von 120/80-18 auf 120/90-18 um 3,5% größer; vorne von 80/100-21 auf 90/90-21 aber nur um 0,5% - manche Motorräder reagieren da allergisch drauf) und muss weiterhin funktionieren. Wurde auch bei seiner Probefahrt getestet und für gut befunden.
3. Geld. Viel Geld. 270€ hat die Abnahme der Reifen einzeln gekostet. 302€ Reifen + Lenker zusammen. Plus die Gebühren bei der Zulassungsstelle. Aua.
Der Prüfer war bei mir noch so freundlich und hat den technisch erforderlichen Last- und Speedindex eingetragen, nicht den, der auf dem Reifen steht. Dadurch steht jetzt vorne 32N und hinten 51N, obwohl die Reifen laut Freigabe ja 54R und 65R haben. Und eben er hat die allgemeine Reifengröße eingetragen, nicht das spezifische Reifenmodell. Das find ich besonders gut.
Bis auf das viele Geld eine rundum angenehme Erfahrung.
Und warum das ganze? Naja anders ist es bei vielen Reifen nicht möglich, die legal zu fahren. Die Reifenauswahl in 3.00-21 ist sehr mau, die in 90/90-21 dagegen hervorragend. Bei Mopedreifen.de gibt es ganze 10 Reifen in 3.00-21, dagegen gibt es 70 Modelle in 90/90-21. Genauso hinten. Offroad-Profile gibt es eher in 120/90 als in 120/80. Ich wollte im speziellen den Metzeler Six Days Extreme auf meine draufziehen. Den gab es in den originalen Größen nicht.
So sehen die originalen aus
und so die Metzeler
Denke der Unterschied ist sofort offensichtlich. Viel mehr Negativprofil und die Profilblöcke gehen weiter um den Reifen rum. Welten Unterschied im Matsch oder Schlamm.
Ich finde es irgendwie etwas witzig, dass der Reifen einen TWI hat. Damit man nicht vergisst, ihn zu tauschen. Bei einem Reifen mit 15mm Neuprofil, der bei spätestens 7-8mm getauscht wird hat man die Anzeige für 1mm Restprofil. Herrlich.