Tag 11 216km
Als ich mich früh morgens aus dem Zelt quäle, muss ich feststellen, dass es echt noch andere Camper waren die nachts angekommen sind… Egal. Die Morgentoilette fällt recht kurz aus und so mache ich mich zeitig auf den Weg.
Als erstes führt mich mein Weg heute zur Donau. Diese wird dann überquert um nach Serbien zu kommen. Durch Serbien geht es recht langweilig voran. Ein Abstecher ins Grüne um die verkürzte Morgentoilette nachzuholen ist das Einzige. Somit war ich doch „geschäftlich“ in Serbien und hab so den Grenzbeamten angelogen…
Bei Bregovo geht es rein nach Bulgarien. Mein Weg führt mich noch bis Belogradcik, wo ich für heute mein Zelt aufschlage. Es ist zwar erst kurz nach Mittag, doch ich möchte mir hier die Belogradchik Rocks anschauen. Also tausche ich Motorradstiefel gegen Wanderschuhe und mache mich auf den Weg. Dieser ist dann zwar doch recht lang und es geht die ganze Zeit bergauf, doch die Plackerei lohnt sich…
Ich verbringe viel Zeit mit Fotos machen und auch das eine oder andere Zeitraffervideo wird gemacht. Kleiner Tipp am Rande dazu: Man sollte Bändeln der Kamera so verstauen, dass sie zu keiner Zeit durchs Bild fliegen, sonst ist mal schnell eine halbe Stunde warten umsonst gewesen…
Auf dem Rückweg zum Campingplatz geht es noch fix einkaufen und dann wird entspannt.
Tag 12 342km
Der heutige Tag beginnt mit Regen, so wird das Zelt zum ersten Mal nass verpackt. Doch das ist nicht mal die schlimmste Nachricht. Nein, sondern da ich meinen Tankrucksack über Nacht mal wieder im Vorzelt gelassen habe, haben mir die örtlichen Katzen meinen ganzen Wurstvorrat geklaut. Und das obwohl im verschlossen Tankrucksack noch eine verschlossene Kühltasche war in der die Wurst gelagert wurde. Naja, so mussten die guten Tiere wenigstens dafür arbeiten. Vielleicht sollte ich auch einfach aufhören, die Tierchen am Vorabend zu füttern…
Mein heutiges Ziel ist das Rila Kloster im Süden. Also folge ich zuerst der 1 bevor ich bei Montana auf die 81 abbiege. Diese windet sich mit super Asphalt hoch auf einen Pass. Da der Regen aber mein stetiger Begleiter ist, halten sich Fotostopps in Grenzen.
An Sofija vorbei, nehme ich noch einen Umweg über die 82 und 62 bevor ich schließlich in das Tal zum Rila Kloster einbiege. Umgeben von Bergen mit mehr als 2500m Höhe folge ich der Straße bis zum Campingplatz. Hier nutze ich eine kurze Regenpause um mein Zelt aufzustellen.
Leider dauert die Regenpause nicht lang und so mache ich mich in Regenklamotten zu Fuß auf zum Kloster. Dieses ist sehr sehenswert und zudem kostenfrei zu besuchen.
Da das Wetter nicht besser wird geht es noch in ein kleines Restaurant wo ich mir mein Abendessen gönne. Ich hab einfach keine Lust selbst zu kochen. Und bei dem Preis für eine riesige Portion Fleisch kann man sich das schon mal gönnen.
Nachts stürmt es dann noch ziemlich heftig, glücklicherweise landen die Äste die der benachbarte Baum verliert weder auf mir und meinem Zelt noch auf meinem Motorrad. Auch wenn ich das nachts geträumt habe…
Tag 13 476km
Nass startet auch der heutige Tag. Schnell alles zusammenpacken und los geht´s. Sobald ich das Tal verlassen habe, wird das Wetter wieder besser und in Mazedonien scheint schon wieder die Sonne. Bis Veles folge ich einer schönen aber recht großen Straße. In Veles biege ich dann laut Karte auf eine mittelgroße Straße ab nach Prilep. Prompt steigert sich der Fahrspaß nochmals. Es dauert aber nicht lange und die Straße geht in Schotter über.
Eigentlich kein Problem, doch bei einer geplanten Tagesetappe von 450km verlängert das die Fahrzeit doch ein gutes Stück. Da der eigentliche Plan noch etwas kleiner Straßen vorsieht, verwerfe ich die Route und weiche auf eine Strecke aus, die mir bereits bekannt ist. Also geht es zuerst bis Bitola bevor ich mich auf zum Oridsee mache. In Struga biege ich dann nach Norden in Tal ab, welches mir vor 2 Jahren schon viel Fahrspaß geboten hat. Zudem finde ich es klasse, Fotos dort zu machen, wo ich schonmal welche gemacht habe.
In Albanien angekommen führt mich mein Weg noch bis Peshkopi, wo ich auf dem örtlichen Campingplatz mein Zelt aufschlage. Die Zufahrt ist mit einem riesigen Metalltor zwar nicht gerade sehr einladend, doch dahinter befindet sich ein kleines Weingut das als Campingplatz dient. Ich bin noch nicht mal richtig angekommen, da wird mir schon Kaffee gebracht. Als alles steht bekomme ich auch noch eine Schüssel mit frischen Kirchen, ach wie liebe ich Albanien. Auf dem Campingplatz gibt es zwar nur eine Toilette mit integrierter Dusche, da ich aber eh der einzige Gast bin, genieße ich den restlichen Tag das kleine Paradies.
Tag 14 207km
Kaum bin ich aufgestanden wird mir schon wieder frischer Kaffee serviert. Und das direkt bis ans Zelt. So viel Luxus will natürlich auch bezahlt sein. So muss ich vor meiner Abreise noch die Gesamtrechnung von unglaublichen 4€ zahlen… Bekommt man dafür in anderen Urlaubsländern eigentlich überhaupt nen Kaffee.
Der SH36 folgend, geht es Richtung Westen. Der schlechte Asphalt wechselt glücklicherweise bald in Schotter. Das gepaart mit einer super Landschaft lässt das Herz höherschlagen. Trotz der morgendliche Hitze gibt es viele Fotostopps.
Da die Strecke zudem recht anspruchsvoll ist vergeht einige Zeit, bis bei Burrel wieder auf Asphalt treffe. Über Nebenstrecken geht es weiter nach Norden nach Shkoder.
Da das Thermometer mittlerweile selbst im Schatten (den es kaum gibt) über 35 Grad anzeigt, verzichte ich für heute auf weitere Abstecher und beziehe am Lake Shkoder einen super Campingplatz. Da ich hier für die nächsten 3 Nächte mein Lager aufschlage, gönne ich mir den Luxus eines Schattenplatzes, auch wenn ich so das doppelte zahle…