Eine längere Schraube sollte sich weniger lösen, als eine kürzere. Hauptsächlich, weil du die zusätzliche Länge der Schraube ja als zusätzliche elastische Verformung hast, wodurch mehr passieren kann, bevor die Schraube ihre Vorspannung verliert. Und die muss sie erstmal verlieren, bevor sie das drehen beginnen kann. Kurze Schrauben sind empfindlicher bei Vibrationen, weil die Amplitude der Vibration schon ausreichen kann, dass für einen Bruchteil einer Sekunde ein Spalt zwischen Schraube und Ritzel entsteht. Lange Schrauben halten da mehr aus.
Und die Hebelwirkung wirkt ja nicht in Drehrichtung der Schraube. Probleme hat man da eigentlich nur, wenn die Schraube konzentrisch mit der Drehachse ist. Porsche hatte da z.B. Schwierigkeiten mit ihren zentralen Radmuttern. Deshalb ist die Madenschraube da besonders gefährdet, ja. Aber selbst wenn man die verliert, würde sich deswegen ja das Ritzel nicht von der GAW lösen. Man würde nur die zusätzliche Verspannung verlieren.
Zur Menge Loctite: wenn es oben raus quillt, ist das vermutlich ein wenig zu viel Loctite. Das ist für die Verbindung an sich nicht übermäßig schlimm, kann aber woanders zu Problemen führen. Ein Kumpel hat mir mal an der F650GS den Kupplungskorb auf der Kurbelwelle verklebt, weil er so viel zu viel Loctite genommen hat, dass das auf der Rückseite raus kam und sich dann das Keilprofil zwischen Kupplungskorb und Kurbelwelle entlang gezogen hat. Durfte ich mir dann einen "Abzieher" für bauen.
Ist bei der Madenschraube jetzt nicht so relevant, sondern eher ein genereller Hinweis.