Was meinst du denn mit den Liter Angaben? Hast du noch einen 6L Kanister Sprit hinten drauf?
Das Kennfeld kann sich meines Wissens mangels entsprechender Sensoren nicht selbst an den geänderten Luftdurchsatz anpassen.
So ganz generell gibt es 3 mir bekannte Arten der Motorsteuerung.
1. Die sogenannte alpha-n Regelung. Alpha ist der Offnungswinkel der Drosselklappe und n die aktuelle Drehzahl. Nach diesen beiden Angaben wird dann ermittelt, wie viel Sprit eingespritzt werden muss. Vorteil ist, dass sie Grundsolide (die Messwerte schwanken nicht) und sehr schnell ist. Großer Nachteil ist, dass sie "dumm" ist und kein bisschen auf Verschleiß oder Modifikationen und auch nicht auf geänderte Randbedingungen (geringerer Druck in hoher Höhe) reagieren kann.
2. Die delta p Regelung. Dafür bräuchte man einen Drucksensor im Ansaugtrakt und einen "an der frischen Luft". Anhand des Unterdrucks im Ansaugtrakt wird ermittelt, wie viel Luft im Motor ist und entsprechend die Spritmenge angepasst. Der Vorteil davon ist, dass sie auf geänderte Umgebungsbedingungen reagiert. Nachteil ist, dass sie auf Modifikationen am Ansaugtrakt genau umgekehrt reagiert. Wenn du einen Zweiten Luftfilter in die Airbox einbaust und damit doppelt so viel Luft rein bekommst, reagiert diese Variante genau falsch herum, indem sie weniger einspritzt, weil sie durch den geringeren Unterdruck denkt, dass du viel weniger Gas gibst, als du es tatsächlich tust.
Die 3. Variante ist mittels eines Luftmassenmessers. Das ist die allgemein beste Variante, weil sie sämtliche Modifikationen an der Luftzufuhr berücksichtigt und wie der Name schon sagt genau misst, wie viel Luft in den Motor geht und damit genau die richtige Menge Sprit einspritzt. Die LMM sind aber "bulky" (Raumfordernd) und vergleichsweise teuer.
In der Praxis ist das natürlich alles ein wenig komplizierter. Man kann mit der Rechenleistung heutzutage beliebig viele Faktoren mit eingehen lassen. Der Umgebungsdruck wird bei den meisten Maschinen irgendwie ermittelt, um auf die Höhe reagieren zu können. Lambda muss ja auch irgendwie berücksichtigt werden.
Und als Beispiel, wie komplex und genial solche Auswertungen heute sein können: Honda hat bei der DCT Regelung der AT ohne Neigungssensoren ermittelt, ob man gerade stark bergauf oder bergab fährt, indem die "erwartete" Beschleunigung (also Veränderung der Drehzahl über eine gewisse Zeit) mit der tatsächlichen abgeglichen wurde. Also wenn ich bei der Drehzahl und dem Gang die Drosselklappe so weit offen habe, müsste die Drehzahl in einer Sekunde auf jene Drehzahl ansteigen. Tut sie nicht? Sie steigt viel langsamer?
Ich muss also gerade steil bergauf fahren und lasse deshalb jetzt erstmal den niedrigen Gang drin.
Was aber in Sachen Motorsteuerung klar ist: ohne entsprechende Sensoren kann sie nicht genau genug ermitteln, was los ist. Und da die kleine CRF keinen LMM und (soweit ich weiß) auch keinen Druckmesser im Ansaugtrakt hat, kann sie den reduzierten Luftdurchsatz nicht kennen und wird daher offenbar zu fett laufen. Eigentlich sollte Lambda das entsprechend einregeln, aber das kann sie vermutlich auch nur in vorher festgelegten Grenzen und wenn der Luftdurchsatz zu stark reduziert ist, kriegt sie das auch nicht mehr auf Dauer hin. Oder Lambda regelt nur im niedrigen Teillastbetrieb, beim Beschleunigen nicht.
Theoretisch könnte man den DCT Gangansatz auch auf die Motorsteuerung übertragen. Beschleunigung ist geringer als erwartet. Aber was heißt das jetzt? Heißt das, dass ich schwer beladen bin? Oder, dass ich bergauf fahre? Oder, dass der Motor weniger Luft bekommt, als erwartet? Daher geht das praktisch eher doch nicht.