Meine CRF 300 L ist mittlerweile auf dem Niveau wo ich sie haben wollte. Aber die kleine braucht einiges an Feinschliff um ihr volles Potential zu entfalten.
- Ein Fahrwerksupgrade ist für jede Art von engagierter Fahrweise m.E.n. Pflicht. Insbesondere das Serien-Ferderbein ist total unterdämpft und eher auf 60kg Jockeys ausgelegt, was dazu führt, dass die Karre schon in milder Schräglage hinten wegsackt und auf Bodenwellen und Wellblechpisten im schlimmsten Fall auskeilt. Maßnahme: Federbein und Gabelupdate von Wilbers. Das bringt auch ca. 2cm mehr Bodenfreiheit mit aufsitzendem Fahrer.
- Die Ergonomie war mir etwas zu passiv, ein Cockpitupgrade (Lenker etwas höher und wenig Kröpfung) steigert die Agilität spürbar. Maßnahmen: Magura SX Lenker, 2,5 cm höher, verstellbare 3-Finger Hebel, PivotPegz Fußrasten(ca. 1 cm tiefer, 2cm weiter hinten und 1,5 cm breiter, insb. Off-road ist das ein Segen).
- Die Sitzbank ist eigentlich ganz gut, allerdings sitzt sie sich nach spätestens 1 - 2 Stunden durch und ist auch etwas zu schmal. Maßnahme: SeatConcepts XL Comfort Sitzbank.
- Der Motor ist spürbar Euro 5 kastriert, man merkt das das Bike nach Luft ringt. Maßnahmen: Arrow Full-Exhaust, DNA Luftfilter und Sportluftfilter Deckel, keine ECU Modifikation. Das Bike hat jetzt unten und in der Mitte spürbar mehr Wumms und dreht jetzt linear bis zum Begrenzer aus (Topspeed +5 km/h).
- Dies und das. Maßnahmen: leichtere Batterie, Sintermetall Bremsbeläge, Gepäckträger, Griffheizung usw.
Ein hübscher kleiner Windschild fehlt mir noch.
Auf der Straße macht alles im Tempobereich zwischen 1 und 111 km/h richtig Laune. Ab 120 km/h wird es dann etwas zäher, bei 140 km/h lt. Tacho ist Schluß (echte 132 km/h). Auf Schotter und Single Trails ist man eh der König, da kann meine Tenere 700 nicht mithalten, außer es geht nur geradeaus.
Die CRF 300 ist eh extrem beherrschbar. Das ist sowohl für Einsteiger toll, aber auch für erfahrenere Fahrer sehr unterhaltsam: Spitzkehren andriften, egal ob auf der Straße oder im Gelände, kein Problem. Kurven swingen bis die Raste schrappt, das geht selbst mit den knobbeligen Serienreifen. Wheelies üben oder das Vorderrad über Baumstämme oder Boardsteine lupfen, easy (allerdings eher nur mit Hilfe der Kupplung). Off-road setzen eigentlich nur die Reifen das Limit, Leistung ist m.E.n hier nicht das Problem. Selbst kleine Sprünge verträgt das Bike klaglos. Trailartiges Rumgeeiere, kein Problem. Fullspeed über (holländische) Sandpisten, aber gerne. Eine Enduro ist sie natürlich nicht.
Gestern habe ich straßenlastige Reifen montiert (Avon Trailrider), für eine anstehende längere Tour auf der Straße und Spaß auf der Kartbahn. Damit läuft die kleine CRF erstaunlich spurtreu und zielgenau. Noch vor dem Sommer kommt wohl wieder etwas offroadlastigeres drauf. Die IRC Serien-Reifen sind nicht schlecht, aber - wie immer - ein Kompromiss und somit weder Fisch noch Fleisch.
Meine Tenere brauche ich nicht mehr…