Diagnosegerät

Ist ein Kabel dran? Dann ist das die richtige Rubrik.
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straymotocats
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Diagnosegerät

Beitrag von straymotocats » Donnerstag 25. April 2019, 13:30

Auf der Infoseite ist schön beschrieben, dass die CRF mit einem Diagnoseport ausgestattet ist.
Jetzt über legen wir, ob es für uns sinnvoll wäre, den Diagnoseadapeter von Healtech zu kaufen, damit wir Unterwegs Fehler löschen und auslesen können. Ein kleines Notebook haben wir ohnehin dabei.
Beim Auto hab ich das schon öfter mal gebraucht, wenn z.B. um eine verstellte Drosselklappe wieder anzulernen etc.
Sonst hatte ich halt auch immer eine Ersatz CDI im Fernreisegepäck und einen Reparatursatz für den Vergaser. Insgeheim hatte ich immer gehofft meine alte XT fängt irgendwann mal an mir einfach zu sagen was kaputt ist... :D

Nun ist es aber auch so, dass unsere kleinen Hondas ja als ausgesprochen robust gelten und das DIng mit ziemlicher Sicherheit nicht zum Einsatz kommen wird. Zudem sollte eigentlich fast jede Honda Werkstatt ein Diagnosegerät haben, da es die CRF ja auch in USA und Chile gibt.

Dafür spräche:
-Fehler schnell lokalisieren und evtl. schon Ersatzteile bestellen können
-anderen Fahrern helfen (geht ja scheinbar für alle neueren Hondas)
-tolle Spielerei und ein spannender Einblick in die Materie
-Gerät kann zur Not ja jederzeit wieder verkauft werden

Dagegen spräche:
-150€
-140g (ok, nicht wirklich viel)
-fehlinterpretationen und paranoide Sorgen die einem villeicht sonst erspart bleiben

Was meint ihr?

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Micha
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Re: Diagnosegerät

Beitrag von Micha » Donnerstag 25. April 2019, 17:10

Sagen wir mal so: ich bin passionierter Schrauber und arbeite an vielen Motorrädern. Deswegen lohnen sich für mich manche Spielereien, die man nicht "mal eben" nur für eine Reparatur kauft. Ein Abgastester z.B., ein Ultraschallbad oder Synchrontester. Aber so einen Healtech-Tester habe ich noch nicht.

Das finde ich zwar schade, weil ich neugierig bin und gerne mal gucken würde, was damit alles geht. Aber um ehrlich zu sein, bin ich fast sicher, das nie zur Fehlersuche zu brauchen. Die Hornet 900, die ich u.a. habe, hat eine Blinkfunktion über die FI-Lampe im Cockpit. Benutzt habe ich sie noch nicht.

Ihr werdet sicher Reifen brauchen, Luftfilter oder vielleicht mal einen Lenker. Aber aus der Erfahrung des Schraubers heraus sage ich: Elektronik steht zwar ständig unter Verdacht, wenn mal etwas nicht geht. Aber defekte Steuergeräte habe ich in all den Jahren nicht erlebt.

Meine Lieblingspannen unterwegs sahen immer anders aus.

Der Kollege mit der GS500E, den ich auf der A14 traf, zum Beispiel. Er hatte kein Benzin mehr und wartete auf den ADAC. Ich habe einen Frühstücksbeutel genommen, die Vorlaufleitung der BMW abgezogen und ihm per Spritpumpe einen Liter Super gezapft.

Oder Rainer Traupel, der an der A7 stand und das Sekundärritzel seines Eigenbaus verloren hatte. Da fehlte es schlicht an einer Knarre mit Inbusnuss.

Sicher auch der gerissene Gaszug, den ich durch Paketschnur ersetzt habe. Oder die Notreparatur des verlorenen Öleinfülldeckels durch Eindrücken eines Deckels einer 135er Kleinbild-Filmdose.

Das sind typische Sachen gewesen. Aber ein Diagnosegerät...man muss vor der Einspritzanlage einer CRF nicht mehr Angst haben als vor dem Ölabstreifring einer alten XT ;)

Was ihr vielleicht einpacken könnt, wäre eine der (sackteuren) CRF-Zündkerzen pro Motorrad oder auch ein Ersatz-Steuerkettenspanner (für unter 30 EUR). Ansonsten: Schrauben, Muttern, Kabel, Bindedraht, Klebeband, Kabelbinder, Bowdenzugseelen oder solch universelles Zeug. Aber das kennt ihr ja sicher von euren bisherigen Touren.

Nachtrag: schützenswert könnte allerdings die Benzinpumpe sein. Den Filter von TwinAir wird man wohl nicht in den Tank bekommen?
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straymotocats
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Re: Diagnosegerät

Beitrag von straymotocats » Freitag 26. April 2019, 08:56

Hi Micha,
vielen Dank für deine Einschätzung! Das bestätigt meinen Verdacht, dass das Ding wirklich nicht unbedingt notwendig ist.

Hier kommt jetzt ein riesen Roman, der sicherlich nicht 100% in diese Forumskategorie passt, aber einmal grob alles zusammenfassen soll:

Unsere Hondas haben jetzt ca. 7500km gelaufen und so viele werden bis Ende Juni auch nicht mehr dazukommen. Vor der Abfahrt machen wir noch einen Ölwechsel und montieren je einen Satz Heidenau K60 mit Enduroschläuchen. Die ersten min. 10000km werden wir ohnehin in Kanada und USA verbringen, wo die Ersatzteilbeschaffung sicherlich kein Problem darstellen sollte. Deshalb haben wir auch beschlossen, keinen neuen Kettensatz zu montieren, sondern den originalen runterzufahren (nochmal 7500km sollten drin sein oder?). Evtl. machen wir aber die Schwingenschleifer noch neu. Das Hyperpro Federbein haben wir auf Fahrten mit Gepäck konfigurieren lassen und die Kette anfangs eher zu locker gespannt (bei der XT war der Kettendurchhang im Belasteten Zustand zu prüfen, bei der Honda im unbelasteten…), was dazu führte, das die Schwingenschleifer schon ordentliche Furchen aufweisen.

Eine Idee wäre es, evtl. die 24000er Inspektion noch in den USA machen zu lassen. Die Ventilspielkontrolle sollte zwar für uns kein Problem darstellen, aber toll wäre es dennoch einem „Profi“ dabei über die Schulter zu schauen ;)

Luftfilter haben wir gegen K&N getauscht (gibt’s glaub ich immer noch bei Polo im Angebot). Dem Steuerkettenspanner vertrauen wir einfach mal, genau wie den Gabeldichtringen.

Ansonsten die von dir geschilderten Ersatzteile inkl. Zündkerzen und Schläuchen sowie alles was zum Reifenflicken benötigt wird. Zudem wie von dir Erwähnt die üblichen Mc Guyver Utensilien. Z.B. hab ich mal einen löchrigen Ansaugstutzen mit einem Kondom wieder dicht bekommen und zwei Dosen Guinness kombiniert mit zwei Schlauchschellen haben den abgerissenen VW Bus Auspuff für die Rückfahrt aus Schottland gekittet und sogar den TÜV überstanden :D

Übrigens absolut zu empfehlen, auch für kleinere Reisen, ist das „Handbuch für Motorradreisen“ bzw. „Einfach losfahren“ von Klaus Demel. Hier ist alles Mögliche zur Reiseplanung und Durchführung beschrieben und insbesondere der Technikteil ist sehr ausführlich. Unter anderem z.B. wie notfalls ein Loch im Kurbelgehäuse geflickt werden, eine Batterie zerlegt und gereinigt werden oder auch ein eine gerissene Reifenkarkasse noch gerettet werden kann. Das Buch ist zwar schon über 15 Jahre alt und noch aus Zeiten von Analogfotografie und Vergasertechnik, aber in vielen Punkten doch sehr hilfreich!
https://www.rebuy.de/i,1822943/buecher/ ... laus-demel

Als Kettenöler experimentieren wir gerade mit einer China Kopie vom Cobbra Nemo Öler. Leider bisher noch nicht so ganz erfolgreich.

Wärmstens zu empfehlen sind übrigens Displayschutzfolien für die Tachoeinheit. Da sind allein vom Staubabwischen schon dermaßen viele Kratzer drin, dass wir uns ärgern das nicht gleich draufgeklebt zu haben! Das gleiche gilt für die Rahmenzüge senkrecht zu den Fußrasten. Hier ist der Lack beim Fahren im Stehen schnell ab und wird bei uns durch durchsichtige Klebefolie geschützt.

Ansonsten planen wir noch einen Schalter um den Frontscheinwerfer abschalten zu können. Schont die Batterie und ermöglicht unauffälligeres Fahren z.B. bei der Zeltplatzsuche.

Der Twin Air Filter ist fest eingeplant. Wir haben ja die Acerbis Tanks und dafür gibt es den. Das mit dem Eintragen sieht übrigens ganz gut aus. Bald mehr dazu ;)

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Re: Diagnosegerät

Beitrag von Micha » Freitag 26. April 2019, 10:16

Wow, interessante Details!

Ich bin leider kein Weltreisender und werde das vermutlich in diesem (Rest-)Leben auch nicht mehr hin bekommen. Im Grunde bin ich nicht mal Endurofahrer, wenn man Enduro, wie heute üblich, mit Kalibern vom Schlage einer EX-C gleichsetzt. Was ich immerhin mache, ist Trial fahren, übrigens mit einer Beta Rev-4T 250. Da treten sozusagen die Belastungen, die ihr täglich erleben werdet, im Kleinstformat auf.

Schon da zeigt sich, dass der Kettensatz zu den Haupt-Leidtragenden des Geländefahrens zählt. Alles, was schmiert, bindet im nächsten Moment Dreck und wird schnell zu einer zähen Schmirgelpampe. Ich fahre dort mit Dry Lube und nehme erhöhten Verschleiß in Kauf, um nicht noch die Kette mit Sand zu panieren.

Deshalb bin ich sehr vorsichtig, was die Lebensdauer der Kettensätze angeht. Auf unbefestigten Wegen verschleißt der im Zeitraffertempo. Ich würde auch als Ersatz unbedingt die Zugfestigkeit berücksichtigen, da gibt es auch innerhalb der Marken wie DID eklatante Unterschiede. Ersatz wäre z.B. die DID 520VX2, das ist die am höchsten belastbare Kette dieser Teilung/Breite. Die bekommst Du aber sicher nicht im Kongo, so etwas muss man sicher mitnehmen oder vielleicht auch schon vorher montieren.

Habt ihr die Originalübersetzung drauf? Ein kleineres Ritzel wird den Verschleiß am Kettenschleifer erhöhen und durch den kleineren Umfang auch den des Kettensatzes. Falls ihr kürzer übersetzen wollt, wäre darum vielleicht ein größeres Kettenrad (plus längere Kette) besser als ein kleines Ritzel.

Den Steuerkettenspanner würde ich ruhig mitnehmen, der kostet ja nicht viel (in Thailand oder England) und passt in die Hosentasche. Bei dem wird improvisieren schwierig. Ach so, und ihr solltet die Lager vor Abfahrt großzügig abschmieren. Svenjas Lenkkopflager ist dank sparsamer Schmierung ab Werk früh den Heldentod gestorben und auch die Schwingenlager freuen sich über eine Extraportion Fett.

Bei der Ventilspielkontrolle ist das Hauptproblem, dass ihr ja passende Shims braucht. Die haben 7,48mm Durchmesser und werden bei fast allen Hondas verwendet, dazu bei vielen anderen Japanern. Ich bestelle die bei MX-Heaven, da sind sie zu einem Drittel des Honda-Preises zu haben.
Viele Grüße aus dem Wald,

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Re: Diagnosegerät

Beitrag von straymotocats » Freitag 26. April 2019, 11:40

Hi Micha,
vielen Dank für die Tipps!

Wir sind auch nicht die großen Geländefahrer, zumindest liegt unsere Hauptaugenmerk klar auf dem Reisen und nicht unbedingt nur auf dem Motorradfahren. Wo eine Asphaltstraße ist, werden wir diese vermutlich auch nutzen, aber dort wo die Endet soll es natürlich auch unbefestigt weitergehen.
Spaß macht das ja schon ;)

Wie bereits erwähnt ist es unser großer Vorteil, dass wir erstmal durch Nordamerika reisen und da wirklich so ziemlich alles an Teilen verfügbar sein wird. Zumal die großen Metropolen Kanadas auf den ersten 3000km verstreut liegen.

Wir haben noch die normale Übersetzung drauf, was im Gelände echt nicht optimal ist, aber auf langen Asphaltdistanzen in Nordamerika vielleicht doch die bessere Wahl darstellt. Am Ende der Nordamerika Etappe soll dann der große Service Stattfinden und die Motos dann frisch gewartet nach Südamerika gehen. Auch mit neuem Kettensatz und kurzer Übersetzung. Bei der XT (45PS mit Ruckdämpfer) hält so ein Satz im Schnitt 15.000km. Bei ca. 90% Straße und Feldwegen. Das sollte beim originalen von Honda auch drin sein. Ist ja kaum Drehmoment, wir fahren nie wirklich untertourig und von den 7500km waren vielleicht 200km auf Feldwegen und ein Tag Endurotraining.

Genau, bei den Shims kommt hinzu, dass wir jetzt ja noch nicht wissen, ob und welche wir brauchen… Dann lieber machen lassen.

Guter Tipp mit dem Durchschmieren. Beim Lenkkopflager hätte ich das nicht unbedingt erwartet. Es reicht ja vermutlich die Gabelbrücke zu lösen und etwas rauszuziehen um mit dem Finger etwas Fett aufzutragen oder? Ich find das immer irre schwer die Dinger spielfrei einzustellen :?

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Re: Diagnosegerät

Beitrag von Micha » Freitag 26. April 2019, 16:40

Genau, bei den Shims kommt hinzu, dass wir jetzt ja noch nicht wissen, ob und welche wir brauchen… Dann lieber machen lassen.
Ich habe hier für über 500 Euro Shims liegen, aus genau diesem Grund :)
Die angebotenen "Sets" sind rausgeworfenes Geld, weil der Bereich viel zu weit gefasst ist -die oberen und unteren 30 Größen brauchst Du nie, dafür braucht man rund um die verbauten Werte (bei den CB/CBF/Hornet etwa 1,900-2,200) eine 0,025er Abstufung (im Set ist nur 0,050-weise gestaffelt). Aber das ist nichts für unterwegs. Wenn ich einstelle, schreibe ich immer auf, welche Werte verbaut sind, dann habe ich einen Anhaltspunkt beim nächsten Mal. Mein Ziel ist aber, so viele Shims zu haben, dass ich einen Motor, den ich öffne, am selben Tag wieder zuschrauben kann. Das geht nur mit großer Shimsammlung.

Noch etwas: die Gabeldichtringe kann man vielleicht noch als Ersatz einpacken, dazu eine alte Fühlerlehre. Mit der kann man den Dreck aus den Dichtlippen holen und so den einen oder anderen ölenden Dichtring wieder hin bekommen.
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Re: Diagnosegerät

Beitrag von Fernlicht » Dienstag 30. April 2019, 22:23

Zumindest bei der "alten" CRF250L kann man mittels Kurzschlussstecker (Büroklammer?) die DTC auslesen über Blinksignale der MIL; und auch eventuelle Fehler löschen. Ist im WHB genauestens beschrieben. Den Kurzschlussstecker kann man auch für ein paar € z.B. in GB kaufen. Ich hab den, hab's aber noch nicht ausprobiert.
Ich gehe davon aus, daß es bei der neuen auch geht, man bräuchte natürlich die zum neuen Modell gehörende DTC-Liste.

Gruß
Fernlicht

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