Der dritte Tag.
Heute geht es relativ zeitig los. Zum Frühstück wird ein sehr leckeres Rührei mit Schnittlauch serviert. Das Hotel hat scheinbar nur wenige Gäste zur Zeit.
Heute fahre ich die nordwestliche Hälfte der Rundtour und werde bei Graslitz noch den Anstieg zur Ferienhaussiedlung in Angriff nehmen, auf einer Schotterpiste.
Danach geht es weiter zum Offroadgelände im ehemaligen Tagebau nahe dem Kohlekraftwerk Vřesová.
Die Fahrt beginnt wieder mit wunderbaren, kurvigen Straßen, die sich hier teilweise fast einspurig durch einen sehr idyllischen Wald ziehen. Es sind bereits einige Rennradfahrer und Wanderer unterwegs, mehrere Gruppen Motorradfahrer kommen mir entgegen.
Während ich Höhenmeter abbaue, lichtet sich der Wald und macht Platz für eine Heidelandschaft. Ich fahre vorbei an kleinsten Dörfern und einzeln stehenden Häusern um den ersten interessanten Punkt der Tourbeschreibung für heute zu erreichen, einen ehemaligen Grenzübergang. Hier müsste man sich über einen Schotterweg einen kleinen Berg hinaufarbeiten. Müsste, denn das Schild am Einstieg verbietet eindeutig das motorisierte Befahren.
Ich beschließe diese Sehenswürdigkeit auszulassen. Das Schild ist eindeutig und es sind schon diverse Wanderer unterwegs.
Ich finde die Landschaft alleine schon sehenswert genug und fahre weiter durch abwechselnd Wald und Heidelandschaft.
Bei Graslitz dann der Einstieg in die Schotterpiste, die mich wieder bergauf zur Ferienhaussiedlung führt. Der Weg ist noch zerfurcht von Regenfällen und Schmelzwasser, einiges fährt man besser im Stehen. Es gilt spitzaufragende Steine und damit Plattfüße zu vermeiden.
Die Ferienhaussiedlung liegt sehr idyllisch und etwas verstreut an Lichtungen hier am flacher werdenden Hang.
Ich mache einen kurzen Stopp, genieße die Ruhe.
Zum nächsten Abschnitt schreibt der Autor der Tour, dass er sich nicht ganz sicher bezüglich der Legalität der Streckenführung ist, ganz nach dem Motto, da war zwar eine Schranke und Schilder, aber die Schranke war offen und ich bin durchgefahren.
Ja, die Schranke steht auch heute offen und ich tue es ihm gleich.
Es geht auf gut gepflegtem Schotter weiter bergauf durch den lichten Wald.
Ich begegne nur ein einziges mal Wanderern, die erstaunt gucken, aber meinen Gruß erwidern.
Zeitweise geht es auf geteerten Forstwegen weiter.
Dann aber auf Schotter weiter bergan durch den dichter werdenden Wald.
Plötzlich steht ein Auto vor mir. Daneben schweres Holzfällgerät im Wald. Ich mache mir kurz Sorgen die Legalität meiner Route diskutieren zu müssen. Ich zirkle um den PKW herum und die Waldarbeiter, die dahinter scheinbar gerade Pause machen....