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  • Moin Freunde,
    Mal ein paar Fragen an die Crf 450L Fahrer unter uns.
    Ist die Crf 450 ähnlich der 250/300er alltagstauglich und unkompliziert?
    Fährt jemand ohne Drossel, sprich mit den offenen 40 PS?
    Und was kostet es den Motor zu entdrosseln, also neues US Steuergerät, Ansaugrohr, eventuell andere Auspuffanlage? Oder was sonst noch geändert werden muss.

    LG Ingo

  • Schau mal in der Suchfunktion nach. Da gibt es schon mehrere Abhandlungen drüber.

    Grundsätzlich kannst du die beiden Modelle nicht miteinander vergleichen. Die 450L basiert auf dem Crosser 450 R. Fährt sich viel "härter", direkter. 1000km Ölwechsel, 3000km Ventilspieleinstellung sagen auch genug aus.

    Ich fahre sie offen mit US Steuergerät und dem großen Ansaugtrichter und ohne Kat mit offenem Arrow. Sie geht wie die Hölle und brüllt wie eine echte Hardenduro. Nix für jeden Tag! Umbaukosten für Steuergerät 500 €. Nochmal 500 € für den Arrow.

    Two beers or not two beers?!? 8-)

  • Hi Herb,
    Erst einmal vielen lieben Dank für deine Antworten.
    Das mit dem Ölwechsel wußte ich aber das das Ventilspiel alle 3000 km kontrolliert werden muss, wusste ich nicht. Ich dachte das wird mit der Motorrevision bei 30.000 erst gemacht. Das war auch einer der Gründe warum ich mich dann letztendlich für die Crf 300l entschieden habe. Aber reizen würde mich das Moped immer noch.
    Wie sieht es denn mit der Asu aus, ich denke da muss man zumindest das Steuergerät und den Auspuff/ Kat wieder umbauen.
    Ich habe meine 300l ja auch soweit aufmich abgestimmt ( Fahrwerk, Fußrasten u.s.w.).Macht so auch eine Menge Spaß, aber ein wenig mehr Leistung muss nicht unbedingt sein aber könnte auch nicht schaden. :mrgreen:

    LG Ingo

  • HU /AU hab ich bisher mit dem originalen ESD mit Kat gemacht, aber mit offener Leistung, da ist nix aufgefallen. Das Fahrwerk ist auch eher von der härteren Gangart. Ich nehme meine 450L eher fürs engagierte Endurowandern oder für Roadbook Rallys in Polen. Da ist das straffe Fahrwerk ideal wenn du mit 》80 Knüppeln über Sandpassgen knallst. Fürs technische Enduro ist sie zu hart. Stammt halt vom Crosser ab!

    Two beers or not two beers?!? 8-)

  • Hi Herb,
    Schönen Dank für deine Infos.
    Wie gesagt habe schon Interesse an der 450er, ein bisschen mehr Dampf kann nicht schaden.
    Ich liebäuge auch noch mit einer DRZ 400, aber da ist das Angebot auch überschaubar und die Preise recht hoch.
    Die Crf 450 ist da technisch schon auf dem neueren Stand der Technik. Aber alle 3000 km ventilspiel einstellen ist auch nicht so dolle für mich, da geh ich selbst nicht dran.
    Ich brauch halt schon ein relativ unkompliziertes Bike. Daher fiel die Wahl auch erst einmal auf die 300l.

    LG Ingo

  • Ich bin die 450L nur 1 mal gefahren aber die ist definitiv kein "unkompliziertes" Bike.
    Im fahren fand ich sie sehr giftig am Gas. Also leichte Bewegungen am Gasgriff zerren dann schon heftig an den Unterarmen. Außerdem sehr geringe Schwungmasse, dadurch stirbt der Motor sehr häufig ab. Sie ist ziemlich hoch (6cm mehr Sitzhöhe!) und die als Sitzbank getarnte Folterbank ist weitestgehend ungeeignet, um damit sitzend Strecke zu machen.
    Dazu die Wartung: alle 1.000km Ölwechsel.. Auf einer größeren Tour kann das alle 3 Tage sein. Alle 9 Tage Ventilspielkontrolle. Wenn du die nicht selbst kannst, wirst du da ja arm dran.
    Das Ding ist ein Sportgerät mit Straßenzulassung. Die 300L ist dagegen ein sehr zugängliches "Einsteigermotorrad". Ich bin mit der 300L letztes Jahr eine ziemlich fordernde Ligurien Tour mitgefahren und das Motorrad hat alles mitgemacht, was uns da so vorgesetzt wurde. Die Schwachstelle war klar ich. Die Maschine treckert überall einfach durch, dass es eine wahre Freude ist. Dir beiden sind wirklich nicht vergleichbar. Die 300L hat kaum Konkurrentinnen, die 450L ist eher vergleichbar mit KTM EXC, Beta RR und Konsorten.

    Als absolutes Minimum solltest du die 450er unbedingt im gewünschten Einsatzgebiet (on oder Offroad) Probe fahren, bevor du sie kaufst. Durch den recht hohen Preis solltest du dir damit sicher sein. Und für mich wäre sie nichts

  • Ich war jetzt mit meiner CRF 450 L eine Woche in Frankreich (TET 22) unterwegs. Mit Gepäck, Mischung aus On- und Offroad. War ein völlig entspanntes fahren. Einzig die Reichweite mit dem originalen Tank von rund 130 km schränkt halt ein.

    Den Ölwechselintervall von 1.000 km kann man sicher verlängern, da ich das Moped nicht am Limit bewege.
    Alle 3.000 km Ventilspiel einstellen? Steht das so im Handbuch? Ist mir noch nicht aufgefallen.

    Die CRF fährt sich gedrosselt tatsächlich nicht gut. Daher kann man das Teil eigentlich nur offen fahren. ;)

  • Ja, laut Handbuch alle 3tkm Ventilspiel Kontrolle und ggf einstellen! Ölwechsel mach ich selbst alle 1500km, Zeitaufwand 30 Minuten mit 50 € Kosten. Ventilspieleinstellung hat 150 € gekostet. Aber ich gebe bwm Recht: im Vergleich zur 300 L ist die 450L ein reinrassiges bissiges Rennpferd zu einem gutmütigen Ackergaul.

    Two beers or not two beers?!? 8-)

  • Hallo Rumag / BMW,
    Danke für euren Beitrag.
    Also giftig am Gas könnte ich mit leben, kenne ich von meiner Aprilia Dorsoduro 900.
    Die ist auch recht ruppig.
    Mich hat damals der Preis und der Ölwechsel intervall von 1000 km erst einmal abgeschreckt. Aber ich denke weil man das Teil nicht immer am Limit fährt, kann man da etwas überziehen, das denke ich auch. Den Ölwechsel mach ich ja eh selbst. Ventilspiel gehe ich selbst wie gesagt nicht dran. 3000km wäre natürlich doof. Das würde mir nicht reichen und wäre beim Händler meines vertrauens zu kostspielig. Ich dachte immer das wird erst bei 30.000km gemacht. Aber das werde ich mal bei meinem Honda Händler abklären.

    LG Ingo

  • Moin Ingo,

    Deine Frage war

    Zitat

    Ist die Crf 450 ähnlich der 250/300er alltagstauglich und unkompliziert?

    Die Antwort darauf ist eindeutig NEIN!

    Bei 32.000 km steht die erste Motorrevision an, die Kontrolle und ggf. Korrektur des Ventilspiels ist bei 3.000 km fällig. Ölwechsel alle 1.000 km. Auch wenn man die Intervalle streckt, dann bleibt die Antwort auf Deine Eingangs gestellte Frage NEIN!

    Das Ansprechverhalten eines potenten (in diesem Fall ungedrosselten) Einzylinders ist mit einer Aprilia Dorsoduro nicht zu vergleichen.

    Hier im Forum gibt es seitenweise Abhandlungen darüber, was man investieren muss, um mit dem Teil "tourentauglich" Endurowandern zu betreiben.

    Ich war mit jemandem auf einer Tour, der hat eine CRF 450 L fürs Endurowandern über mehrere hunderte Km umgebaut und der hat nach eigenen Angaben einige 1.000er € investiert, bevor das Teil a) vernünftig lief und b) halbwegs "tourentauglich" war. Legal ist an dem Umbau eigentlich nichts.

    Von daher bleibt die Antwort auf Deine Eingangs gestellte Frage im Resümee NEIN!

  • Moin Lalü,
    Vielen Dank für deinen schlüssigen Beitrag.
    Mal sehen was so noch alles kommt, vielleicht klappt es irgendwann mal eine 450er Probe zu fahren, um selbst einen Eindruck zu bekommen. Die Pflege der 450 ist natürlich schon was anderes im Vergleich zur 250/300er. Das sollte man sich wirklich gut überlegen.......

    LG Ingo

  • Sofern sich die Gelegenheit bietet, dann fahre doch irgendeine, verfügbare, offene Sportenduro so ab 400 ccm.

    Ich denke das vermittelt Dir einen Eindruck davon, wie sich so etwas auf der Straße fährt. Dann kalkuliere den Wartungsaufwand dazu und schlafe ne Nacht drüber 😉

    Abseits des Asphalts dürfte so ein Moped Recht fordernd sein 💪🏻

  • Da kann ich dir so nicht recht geben. Kosten für Umbau ja, aber keine tausende von Euro. Vortex Steuergerät rund 700.- Euro. Großer Ansaugstutzen und offener Luftfilterdeckel ca. 80.- Euro. Dann noch einen Gepäckträger für rund 150.- Euro. Mehr habe ich nicht ausgegeben.
    Wenn das Moped entdrosselt ist, dann hängt die sauber am Gas, lässt sich völlig entspannt fahren und ploppt bei weitem nicht mehr so schnell aus. Wie gesagt, ich war jetzt eine Woche über 800 km unterwegs. Und ich habe erst 2021 wieder mit dem Motorrad fahren angefangen und würde mich selber als Enduro Anfänger bezeichnen. Die einzige Einschränkung ist die Reichweite mit dem originalen Tank. Und halt die von Honda vorgegeben Wartungsintervalle.

  • Du hast es selbst angesprochen, die Reichweite ist ein Problem und nicht nur wegen des Tanks.

    Die Original Sitzbank soll eine gewisse Leidensfähigkeit erfordern.

    Bei dem beschriebenen Umbau (wie gesagt, nicht meiner!) handelt es sich um einen Komplettumbau für längere Endurotouren, z.B. über den kompletten Balkan. Dieser Umbau beinhaltet dann auch die Themen Reichweite/Tank und Komfort/Sitzbank, sowie ein paar andere, ergonomische Anpassungen.

    Nach Auskunft desjenigen, der diesen Umbau fährt, war das entdrosseln zwar theoretisch Plug & Play, aber das ergab noch keine vernünftige Fahrbarkeit. Da wurden noch weitere Anpassungen notwendig.

    Ich kann da aber nur aus zweiter Hand berichten und vermutlich sind auch die Ansprüche einfach zu unterschiedlich.

    Hier im Forum gibt es Berichte eines Foristi über seine, umfangreichen Anpassungen einer CRF 450 L als "engagierte" Reiseenduro 🤭

  • ....ja wo isser denn ,der Kutter....?

    Schon lange nicht mehr hier gewesen......war was?

    Nur wer sein Blut vom Rinnstein geleckt, weiß wie Motorradfahren schmeckt!

  • Du musst bei der Entdrosselung der 450L auch noch einen Ansaugstutzen ändern. Der ist bei der EU Version stark im Querschnitt beschnitten.

  • Um es nochmal auf den Punkt zu bringen: die 450L ist nicht so einfach zu fahren, zu unterhalten und zu pflegen wie die 250/300L.

    Bei allen CRFs muss man meiner Meinung nach Geld investieren: bei den Kleinen ins Fahrwerk, bei der 450L Steuergerät/Ansaugstutzen.

    Alles weitere ist dann den individuellen Wünschen des Nutzers überlassen: Tank gibt's für beide, bei der 450L hab ich den IMS Tank drauf, hab jetzt 230km Reichweite.

    Sind alles kleine schlechten Maschinen, alle zuverlässig, nur für die Weltreise würde ich keine 450L nehmen. Auch nicht als Alltagsmoped. Ansonsten geht mit der 450L auch vieles, manches besser (Highspeed über derbe Pisten, Spünge), manches schlechter (enges winkliges Geläuf, normales Endurowandern ). Muss jeder selbst entscheiden!

    Es gab in letzter Zeit einige 450L in Kleinanzeigen mit viel Zubehör für den Preis einer 300 Rally...

    Two beers or not two beers?!? 8-)

  • Die Antwort kommt vielleicht ein bisschen spät, bin aber gerade aus dem zweiwöchigen Marokkourlaub mit der 450er zurück :D Hatte einen Riesenspaß sowohl auf als auch abseits der Straße. Bin zuvor auch Africa Twin (650er), CRF300 Rally sowie 690er KTM gefahren, aber die 450er stellt für mich den besten Kompromiss zwischen Leichtigkeit, Power und Zuverlässigkeit dar. Fahre sie auch "offen" was ich nur jedem ans Herz lege, der sich das Motorrad anschafft und wie Kutter auch habe ich den großen Nomad Tank und den Concept Seat drauf. Ansonsten hier und da ein paar Kleinigkeiten, kein Muss...
    Nutze die 450L sowohl als Alltagsmotorrad in der Stadt, was wegen der Agilität und Wendigkeit sehr viel Spaß macht, als auch zum Endurowandern, wofür sie meiner Meinung nach ideal ist.
    Das man das Motorrad regelmäßig warten muss, ist für mich keine große Sache und geht mit etwas Übung schnell von der Hand. Klar wären längere Intervalle wünschenswert, aber etwas Vergleichbares mit der Leistung und dem Gewicht ist mir nicht bekannt. Was nochmal interessant werden könnte, wäre wenn KTM ihre 390 Adventure auffrischt und ggf. etwas leichter macht. Aber bei Honda weiß man nunmal was man hat, nämlich ein absolut zuverlässiges Bike ;)

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