neues Federbein: Kettenspannung anpassen?

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  • Moin zusammen,

    ich habe da mal ne Frage: Wenn man eine härtere Feder bzw. ein anderes Federbein einbaut, federt das Motorrad weniger ein und die Kette hat in unbelastetem Zustand etwas mehr "Länge". Muss deshalb die Kettenspannung angepasst werden?

    Nach meinem Verständnis geht es bem Einstellen der Kettenspannung hauptsächlich darum, dass bei maximaler Einfederung (größter Abstand zwischen Ritzel- und Kettenblatt-Drehpunkt) die Kette nicht auf Spannung kommt. Wenn aber die Federbeinlänge und auch der Federweg identisch bleiben, ändert sich auch nichts an den Winkeln bei maximaler Einfederung - die Kettenspannung darf also nicht angepasst werden.

    Mache ich da einen Denkfehler?

    Beste Grüße,
    Martin

  • Der Abstand Kettenrad Mitte zu Ritzel Mitte hat sich dadurch nicht geändert!
    Der Knackpunkt ist da eher der Kettenschleifer, der würde bei einem "längeren" Federbein, sich schneller abschleifen.

  • Doch, minimal ändert sich die Spannung, weil das Kettenritzel nicht im Schwingendrehpunkt sitzt. Deswegen misst man ja die Kettenspannung, wenn das Motorrad belastet ist.

    Die Kettenspannung ist am stärksten (= am wenigsten Durchhang), wenn Ritzel, Schwingendrehpunkt und Kettenradmittel auf einer Linie liegen. Da die Schwinge um ihre Achse einfedert und die zwischen den beiden anderen Punkten liegt, verkürzt sich der Abstand zwischen den Kettenrädern, wenn die Schwinge über oder unter dieser Linie ein- oder ausfedert.

    Viele Grüße,

    Micha

    Nie schrauben Sie die Füller Heizkörper Motor
    zu vermeiden, Hitze Sonnenbrand.
    (Auszug Bedienungsanleitung Beta Rev 250 4T)

  • Also im Fahrerhandbuch auf Seite 68 unter Antriebskette überprüfen steht:
    2. Das Motorrad auf festem ebenen Untergrund auf den Seitenständer stellen.
    Da steht nix von draufsetzen.

    Hat Honda etwa nicht die Kette nach dem Einbau geprüft?
    Und wie bist Du mit dem Wilberts Federbein zufrieden.
    Gruß der Kaffeetrinker.

  • Die Kettenspannung muss so eingestellt werden, dass sie unter keinen Umständen zu straff ausfällt, sonst wird schnell das Getriebeausgangslager leiden. Du kannst die Kette auch völlig unbelastet spannen, wenn Du berücksichtigst, dass sie bei belastetem Motorrad gestrafft wird. Auf dem Motorrad sitzend die eigene Kettenspannung einzustellen dürfte schwierig sein.

    Viele Grüße,

    Micha

    Nie schrauben Sie die Füller Heizkörper Motor
    zu vermeiden, Hitze Sonnenbrand.
    (Auszug Bedienungsanleitung Beta Rev 250 4T)


  • Die Kettenspannung muss so eingestellt werden, dass sie unter keinen Umständen zu straff ausfällt, sonst wird schnell das Getriebeausgangslager leiden. Du kannst die Kette auch völlig unbelastet spannen, wenn Du berücksichtigst, dass sie bei belastetem Motorrad gestrafft wird. Auf dem Motorrad sitzend die eigene Kettenspannung einzustellen dürfte schwierig sein.

    Nichts ist unmöglich :!:


  • Doch, minimal ändert sich die Spannung, weil das Kettenritzel nicht im Schwingendrehpunkt sitzt. Deswegen misst man ja die Kettenspannung, wenn das Motorrad belastet ist.

    Genau das ist der Punkt - und bei Enduros mit langem Federweg ändert sich deshalb die Kettenspasnnung je nach Belastung (=Einfederung) ganz erheblich.

    Die Messung der Kettenspannung und der Vergleich mit dem von Hersteller vorgegebenen Durchhang soll typischerweise bei statischem Durchhang erfolgen (= Belastung nur durch das Motorradgewicht). Also vor dem Abstellen auf dem Seitenständer ein paar Mal kräftig einfedern. Und deshalb meine Frage: Mit härterer Feder steht das Motorrad etwas höher und man ist geneigt, die Kette nachzuspannen. Aber in vollständig eingefedertem Zustand ist das dann evtl. zu stramm.


    ...
    Hat Honda etwa nicht die Kette nach dem Einbau geprüft?

    Doch, selbstverständlich hat Ralf die Kettenspannung geprüft - und etwas nachgestellt. Deshalb komme ich jetzt ins Grübeln, ob das richtig ist. Aber bevor ich das mit ihm diskutiere, wollte ich hier ein paar Expertenmeinungen hören :-)


    ...
    Und wie bist Du mit dem Wilberts Federbein zufrieden.
    Gruß der Kaffeetrinker.

    Mein wesentlicher Problempunkt ist behoben: das Wilbers-Federbein sinkt definitiv nicht so weit ein wie das originale. Ich halte mich immer an die Faustformel "statischer Durchhang 10%, dynamischer Durchhang (bei voller Beladung) 30% vom Gesamtfederweg". Das kommt jetzt zumindest gefühlt gut hin. Beim Original-Federbein waren schon 130mm Federweg weg, wenn ich mich ohne Motorrad-Klamotten und ohne Gepäck draufgesetzt habe.

    Beste Grüße,
    Martin

  • Hallo,
    wie viel das Federbein eintaucht liegt natürlich am Gewicht das es belastet, bei 13 cm ist da schon mal ein großer Bereich (50 %) weg und der restliche Federweg stark eingeschränkt.
    Bei meinen 75 Kg kann ich damit gut leben, Luft nach oben gibt es natürlich.

    Zur Kettenspannung, wie war das mit dem Punkt der an einer Achse rotiert, der Abstand ist immer gleich.
    Hier haben wir allerdings die Schwingenachse als spielverderber im Boot.
    Im großen Mittelbereich spielt das allerdings keine Rolle, d.H. der Abstand bleibt gleich!
    Das Problem wird mit steigender Beladung/Belastung größer.
    Die vorgegebene Tolleranz beim Kettenspannen (von/bis) gleicht das in einem gewissen Bereich locker aus (Durchhang).
    Ich hänge mal ein Bild an.

  • Bei voller Einfederung wandert die Hinterachse über die Linie Ritzel- / Schwingendrehpunkt? Wenn in dem Moment Zug auf der Kette ist, kann das Federbein nicht mehr richtig ausfedern. Das kommt mir komisch vor...

    Beste Grüße,
    Martin


  • Bei voller Einfederung wandert die Hinterachse über die Linie Ritzel- / Schwingendrehpunkt? Wenn in dem Moment Zug auf der Kette ist, kann das Federbein nicht mehr richtig ausfedern. Das kommt mir komisch vor...

    Beste Grüße,
    Martin


    Ja, ist so und lässt bei Mountainbikes mit eingelenkiger Schwinge und Drehpunkt unterhalb des Kettenauflaufpunkt am Kettenblatt (vorne), die Federung wippen beim Treten.
    Tendenziell bewirkt Gas geben ein Einfedern bei der Konstellation wie an der CRF.
    BMW/Husqvarna hat das bei der G450X mal mit einer koaxialen Lagerung von Schwinge und Ritzel gelöst.
    Bei Motorräder für die asphaltierte Rennstrecke, wird das gerne mal andersrum genutzt, mit Drehpunkt über der Kette, also ausfedernd beim Beschleunigen - gibt mehr Grip.


  • Ja, ist so und lässt bei Mountainbikes mit eingelenkiger Schwinge und Drehpunkt unterhalb des Kettenauflaufpunkt am Kettenblatt (vorne), die Federung wippen beim Treten.
    Tendenziell bewirkt Gas geben ein Einfedern bei der Konstellation wie an der CRF.
    BMW/Husqvarna hat das bei der G450X mal mit einer koaxialen Lagerung von Schwinge und Ritzel gelöst.
    Bei Motorräder für die asphaltierte Rennstrecke, wird das gerne mal andersrum genutzt, mit Drehpunkt über der Kette, also ausfedernd beim Beschleunigen - gibt mehr Grip.

    OK, verstanden. Das war mir so nicht klar - Danke fürs aufschlauen!

    Für die eigentliche Frage zur Kettenspannung fasse ich die Infos jetzt mal so zusammen: der Toleranzbereich ist ausreichend groß, so dass man die Spannung immer gemäß Anweisung im Handbuch anpassen kann unabhängig davon, was für ein Federbein man hat.

    Beste Grüße,
    Martin

  • Angeregt durch die 30% Angabe von phogel, habe ich mal nachgemessen.

    [mm]
    Motorrad, komplett aus den Federn A 655
    Motorrad in den Federn, nur Eigengewicht des Motorrad B 585
    Durchhang ist, A minus B 70
    Mit Fahrer C 540
    negativ Federweg A-C, ist Zustand D 115

    Federweg hinten [mm] 240 davon 33% E 79,2 theoretischer negativ Federweg
    Federweg vorne [mm] 250
    Ergebnis: D-E 36 Der Fahrer ist zu schwer
    .

  • Des is irgendwie zu hoch für mich. :shock:
    Da musst ja fast Raketenwissenschaftler sein :!:
    Grüsse
    Martin

  • Und die Schlussfolgerung:

    Der Fahrer ist zu schwer!

    Geil! Ich schmeiss mich weg! Mir platzt fast der Pansen vor Lachen! :D :lol:

    Two beers or not two beers?!? 8-)

  • Da gibt's nur zwei Lösungen!
    Erstens: abnehmen!
    Zweitens: Mopped verkaufen...
    Dritte Lösung kostet zu viel :lol:
    Gruß Mago

  • Das freut mich aber, dass ich Euch erfreut habe. :D
    Der Fahrer bleibt so schwer, das Motorrad wird nicht verkauft. Denn mir fällt zurzeit nichts besseres ein.
    Bringt mich über all hin. Wenn es mal nicht weiter geht und ein wenden nicht möglich ist, wird das Teil am Heck über den Hinterreifen rumgezogen.
    Hoffe wird sind uns zumindest im letzte Punkt einig.
    Gruß CRF2020

  • Moin Wolfgang,


    ...
    Durchhang ist, A minus B 70
    ...
    Der Fahrer ist zu schwer
    .

    nee, die Feder ist zu weich. 70 mm statischer Durchhang ist viel zu viel, ca. 25 mm wäre ok. Ich glaube nicht, dass Du das mir Erhöhung der Federvorspannung kompensiert bekommst. Aber solange Du Dich damit wohlfühlst, gibt's keinen Handlungsbedarf.

    Beste Grüße,
    Martin

    P.S.: für die Nicht-Raketenwissenschaftler :D unter uns: https://www.s-tech-racing.de/media/pdf/anle…einstellung.pdf

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