Das Wort zum Sonntag ...

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  • Hallo,

    nachdem ich mich schon vor einiger Zeit hier angemeldet und kurz vorgestellt hatte, bin ich nie so richtig zum Fahren, Schrauben und auch nicht zum Schreiben gekommen ...
    Aus meiner ersten CRF, einer 2017-er CRF 250 Rally in 2020, wurde zwischenzeitlich sehr schnell eine CRF 250 L aus 2018 (MD44), weil leichter und minimal tiefer ...
    Inzwischen sind kleinere "Umbauten" oder Anbauten erfolgt, mangels Zeit liegt aber auch noch genug zu verbauendes "Kleinmaterial" hier herum, das auf baldige Montage wartet.

    Ich dachte mir, ich fahre jetzt erst mal lieber, nutze die wenigen Sonnentage so wie es gestern einer war bei uns in Ba-Wü.
    Es war die zweite Ausfahrt, seit das Motorrad mein Eigen ist, umso ärgerlicher war der Ausgang dieser kleinen Runde gestern.
    Kein Sturz, kein Unfall (zum Glück), aber dennoch super ärgerlich, weil ich die CRF gepflegt und gut vorbereitet habe, zumal man fast ausnahmslos von den Qualitäten des kleinen, leichten Motorrads liest: ich hatte 15 km vor Erreichen des Heimathafens eine Panne, einen echten Liegenbleiber ... und ich weiß leider nicht einmal warum. Das gibt ein blödes Gefühl, zumal man ja gerne wieder mal ein paar unbeschwerte Runden drehen möchte.

    Aber nun der Reihe nach, ich schreibe es mal ausführlich, womöglich trägt das letztlich ja alles zum Auffinden meines technischen Problems bei, vielleicht hat wer von Euch da draussen eine heisse Idee ...:
    die zuvor in meinem kurzzeitigen Besitz befindliche Rally lief übrigens deutlich, gar erchreckend (!) besser/ schöner/ irgendwie gefühlt kräftiger ... nicht, dass die 250 L gar nichts bringt, aber irgendwie verhaltener, lahmer, ruckeliger. Als ich die L kaufte, war ein mir optisch nicht genehmer Arrow X-Kone verbaut, das Motorrad lief irgendwie so gar nicht schön (motorisch, Leistung) - man hätte nie gedacht, dass die Rally und die L den exakt gleichen Motor beherbergen. Ich war also recht enttäuscht von meiner L.
    Da mir der Endschalldämpfer eh nicht gefiel, musste er ab, dabei wurde entdeckt, dass der Verkäufer mich betrogen hatte, es sollte angeblich einer mit Kat verbaut sein (ist nur ein einfacher Einschubkat ins Zwischenrohr laut Arrow), der fehlte allerdings, das heisst das Zwischenrohr war im Gegensatz zum Endtopf ohne Homologationsnummer bzw. damit ohne EG-ABE. Zu erkennen war das (zumindest für mich mit meinem damaligen Kenntnisstand bei Kauf) jedoch leider nicht, denn der Endtopf trägt ja die korrekte Nummer und die EG-ABE war anbei. Dass ich eine zweite solche speziell für das Zwischenrohr brauche, wusste ich da noch nicht. Zugesichert hatte der Verkäufer den Kat allerdings und ich wähnte mich in Sicherheit beim Kauf.
    Mein bis vor wenigen Tagen arbeitender Freund und selbständiger Kfz.-Meister, der selbst passionierter Motorradfahrer mit sehr viel Erfahrung ist und regelmässig schraubt, sagte mir auch, dass die mangelnde Leistung (fühlte sich anfangs an wie zugeschnürt) durchaus auch am Arrow selbst sowie vielleicht sogar am fehlenden Kat liegen könne, je nachdem wie diese Anlage abgestimmt ist vom Hersteller Arrow. Wie gesagt gefiel mir das Teil (ESD, konisch geformt) eh überhaupt nicht und ich besorgte mir einen neuwertigen Original-ESD von jemand, der selbst umgerüstet hat. Dies auch sehr zu meiner Freude, denn so hielt sich die dafür notwendige Investition in Grenzen ... (Toll waren der zwar recht laute Klang und vor allem das geringe Gewicht des Arrow, aber er gefiel mir nicht und auch der nicht so einfach anbaubare sprich fehlende originale hintere Seitendeckel der CRF bei dieser Kombination machte es optisch nicht wirklich akzeptabel mit dem Arrow.)
    Das Ergebnis war ab da eine viel bessere Gasannahme mit dem originalen Endtopf, deutlich kräftigerer Motor - ich war beruhigt und hatte auch das Gefühl, dass das Motörchen etwas mehr Drehmoment untenrum bringt. So richtig gut, also wie zuvor von meiner Rally gewohnt, lief sie allerdings trotzdem nicht, ich schob das aber erstmal auf ein bisschen Einfahrzeit und Gewöhnung meinerseits - und wartete ab.
    Gestern dann die erste kleine Runde, so ca. 90 km, zuerst war alles im Grünen Bereich. Nach gefahrenen 40 km hörte ich einmalig ein kurzes Patschen in den Auspuff, für mich total ungewöhnlich bei einer CRF 250 L oder auch Rally, erste Verwunderung. Kurze Pause beim neu eröffneten POLO-Shop in Bruchsal und dann wieder zurück in einer kleinen Schleife. Schon nach dem Start merkte ich vom Gefühl her ganz kurz so etwas wie einen kleinen, ganz kurzen Zündaussetzer, noch im Stand, registrierte es und wunderte mich erneut.
    Während der Fahrt dann ab und an ein leichtes Ruckeln, wieder ein bisschen so wie Zündaussetzer sich äussern.
    Nachdem so ca. 70 km absolviert waren, fiel mir auf, dass beim Blinken rechts und links plötzlich die Blinker schnell blinkten - dachte mir, dass wahrscheinlich eine oder vielleicht ja auch zufällig zwei Birnchen gleichzeitig (es sind ja bei der L keine LEDS sondern noch gute alte Birnchen) kaputt gerüttelt worden sind, wer weiß ... (bin nur Straße gefahren, nichts an der Elektrik ist umgebaut bis auf eine durch eine LED-Birne von Osram ersetzte Rücklichtbirne (Rücklicht und Bremslicht, 21/5Watt -. wie gesagt teure Quali original Osram).
    Man hat dann gleich ein paar Eingebungen, so z. B. weil man schon des öfteren von gerne mal defekten Spannungsreglern speziell bei HONDA liest ... aber soweit kommt einem das noch harmlos vor, auch wenn ich mir bereits zu diesem Zeitpunkt ernsthaft und viele Gedanken machte.
    So - und jetzt ging's dann aber erst richtig los:
    da ich mich dem heimischen Ziel, der Garage, näherte, wollte ich die Chance nutzen und fuhr an eine direkt auf der Route liegende Tankstelle, um für die nächste Ausfahrt gleich wieder mit Brennstoff gerüstet zu sein. Direkt vor der Tanke, kein Witz, keine 10 Meter vor der Einfahrt, ruckelte die CRF plötzlich dermassen stark, dass ich sie nur mit schleifender Kupplung und viel Gas am Laufen hielt und mich gerade so an die erste Zapfsäule rettete (wahrscheinlich haben sich Beobachter dabei gedacht "schon wieder so ein Depp, der auf den letzten Tropfen tanken fährt"). Ich war sehr verwundert, bereits verärgert, aber was will man machen. Ist ja vor allem auch ziemlich unangenehm, wenn man beim Abbiegen in die Tanke überrascht wird von einem absterben-möchtenden Motor, das mag man so unvermittelt bei augenblicklich eingeschlagenem Lenker und langsamer Fahrt nicht unbedingt haben ...
    Ich hab' getankt, bezahlt und will wieder los - Zündung ein und will den Motor starten, nix geht. kein Klackern nichts ... ob die K-Pumpe kurz anlief, weiss ich nicht. Versuch zwei, wieder Zündung aus und an, diesmal flackert das Display der Honda einmal kurz auf und ging dann auch sofort wieder aus, also praktisch gar nichts mehr ging ab da.
    Also Maschine von der Zapfsäule weggeschoben auf die Seite, in dem Moment kommt ein CRF1000-Fahrer rangefahren und fragt, ob ich Hilfe brauche, peinlich peinlich aber ich war mir sicher, keinen Fehler gemacht zu haben: Zündschloss, eingeklappter Seitenständer, Killschalter - alles zigmal gecheckt und probiert - nichts half. Erste Überlegungen kamen auf, ehrlich gesasgt riesige Enttäuschung in Sachen HONDA als Wahl. Nicht, dass ich ewig viel Erfahrung habe mit anderen Motorrädern, aber über die Jahre fuhr ich nach meinem ersten Motorrad (auch einer Honda, damals noch ein Zweitakter im laaange zurück liegenden, jugendlichen Alter) eine Kawasaki KLX 250 (sehr zuverlössig), zwei Suzuki (richtig gut), zwei Moto Guzzi (toll, weil einfach mit Charakter, aber mit den ülichen Mätzchen die man bei der Marke kennt), eine Beta Alp 4.0 (die motorisch ja eine Suzuki DR-Z400 ist) und zwei BMW (auch nicht ganz ohne Probleme, aber grundlegend doch sehr ausgereift und ausgewogen, man fühlte ich auf der sicheren Seite und blieb nie liegen, es war Peripherie und Schnickschnack die da schwächelten).
    Da ich gerade erst am Ausstatten der Honda wie auch des sinnvollen Bordwerkzeuges bin und gestern ja auch nur eine kleine Ausfahrt machen wollte, lag all das schön zusammengestellte Werkzeug mitsamt Sicherungen also noch in der Garage und wartet dort auf eine würdige Tasche zum Mitnehmen ... und so konnte ich unterwegs an der Tanke nichts selber richten, nicht mal die Sitzbank demontieren mangels Inbusschlüssel ... und an einer Tanke heutzutage ganz einfaches Werkzeug auszuleihen, das ist meist zum Scheitern verurteilt.
    Nach zig Startversuchen der Blick auf die Uhr, nachher am Abend noch zum Essen verabredet ... was nun? Da half alles nichts, ich entschied, das Motorrad müsse dann wohl die letzten 15 km auf einem Transporter zurück in die Garage zu mir, also doch den ADAC angerufen.
    Dass man in dem Verein gut aufgehoben ist und einem geholfen wird, bezweifle ich jetzt aber auch nach der gestrigen Erfahrung: die Bandansage vermittelt einem, dass die halbe motorisierte Welt gerade auf Pannenhilfe wartet, die Pannenhilfe also überlastet sei und man doch bitte zu einem späteren Zeitpunkt wieder anrufen soll. Oder aber man macht die Meldung online über den freundlicherweise sofort per SMS zugesandten Link. Was aber mangels brauchbarem Empfang und dank nicht wirklich funktionierender Pannen-Melde-Seite des ADAC fehlschlug. Hartnäckiges telefonieren brachte nach 30 Minuten den Erfolg, dass die Panne und mein Standort aufgenommen werden konnten und man mir versprach, dass ich nach ca. 120 Minuten (Hallo, das sind 2 Stunden) zu Hilfe Eilen würde, ich solle bitte Geduld haben weil so arg viel los sei ...
    Natürlich gab ich nicht auf, bewegte den Lenker hin und her (Kabel?) und machte mir Gedanken über den Spannungsregler, das Zündschloss, den Seitenständerschalter ebenso wie zu Massepunkten und natürlich auch zu meinen einzigen beiden bisher erfolgten elektrischen "Eingriffen" in das noch junge, unverbrauchte Motorrad (4.250 km): ich habe ein originales Ladekabel für das CTEK-Ladegerät an der originalen Batterie angeschlossen, eines ohne sog. Ladeampel, also kein Stromfresser, die Bastterie ist in gutem, neuwertigem Zustand und war kurz zuvor auch geladen worden ... die zweite Veränderung war bisher nur noch das Rücklichtbirnchen von Osram in LED-Ausführung, wie weiter oben schon erwähnt.
    Nach etwas einer Dreiviertelstunde ging dann die Zündung wieder an, als wäre nie was gewesen, ich startete ebenso problemlos und fuhr nach Hause - natürlich nicht ohne den ADAC zu informieren, damit jemand anderes womöglich nicht so lange warten muss.
    JETZT steht die CRF in meiner Garage, mehrfaches Starten war problemlos, Motor läuft rund und ohne erkennbare Aussetzer. Dass sie mir davon abgesehen nach wie vor ungewöhlich "schwach" vorkommt, ist vielleicht eine andere Sache, aber das kann ich augenblickklich gar nicht sicher sagen woher das kommt oder ob es nicht sogar fast normal ist (Serienstreuung vielleicht?). Eine vor drei Wochen einmal zum Vergleich gefahrene L aus 2017 lief jedenfalls gefühlt ein gutes Stück spritziger, spontaner.
    Momentan wäre ich allerdings schon froh, zu wissen, was das gestern unterwegs für ein Spuk war, denn so kann ich damit eigentlich nicht guten Gewissens die nächste Ausfahrt oder gar mehr antreten, denke ich.

    Ich hoffe, mein langer Text ist nicht zu ausufernd, aber es erleichtert so womögliche eine Diagnose, so hoffe ich zumindest.
    Zu Honda will ich nicht, weil der hiesige Händler bekanntermassen ja eher die Nullnummer darstellt, das unnötig teuer mit wenig Erfolg zu werden droht und zudem nicht klar ist, ob die 20 km dorthin problemlos zurückgelegt werden können - mir fehlt dafür gerade etwas das Vetrauen in die kleine Honda.
    Mein Leib-und Seele-Mechaniker/ -Meister und guter Freund ist leider zur Zeit und sicher auch für länger nicht ansprechbar, der gute Mann liegt seit Dienstag auf der Intensivstation im Koma - furchtbar und ich hoffe das wird wieder! Dagegen ist das Malheur mit der Honda hier Pillepalle, denke ich.

    Ich freue mich über zahlreiche Infos und Einfälle, Danke vorab und Euch einen schönen Restsonntag,
    Tom

  • Tut mir auch leid.

    Könnte es sein daß ein Kabel an der Batterie locker ist?

    Könnte durchgebrannte Birnen und "aufflackern" erklären.

    Gruß, Rainer

    CRF300L

  • Hallöchen
    Ich tippe auf Zündschloss und Stecker sitzt hinter dem Scheinwerfer,Stecker nicht richtig eingerastet ? Oder im Stecker kein Kontakt. Den Roten Stecker auf dem Anlasserrealis würde ich prüfen,Kontakte sauber ? Verschmutzt ?
    Leistung des Motors lässt sich prüfen , Kompression prüfen !
    Sollwert 1294 kpa bei 490 min/U
    Oder 13,2kgf/cm2
    Luftfilter Zustand ?
    Mögliche Ursache Ventile undicht.

    Gruß Uli

    Nichts ist so Beständig,wie die Veränderung!

  • Batteriekabel wäre zumindest sehr leicht zu prüfen (und das hatte ich schon bei mehreren (fremden) Motorrädern erlebt. Es würde auch die wundersame Heilung erklären.

    Der Regler ist kein Honda-Problem, auch wenn es oft so dargestellt wird. Deren Regler brennen durch, weil die rückseitige Kühlfläche auf einer Rahmenfläche aufliegt, die wegen der gleichzeitigen Massefunktion teilweise lackfrei ist und rostet, so dass sich der Regler dort minimal abhebt und mangels Kontakt überhitzt. Aber der Regler der CRF ist stattdessen verrippt unt unananfällig dafür, gerade an der MD44, wo er zusätzlich durch eine Belüftungsöffnung der Tankverkleidung im Fahrtwind liegt.

    Trotzdem kannst Du an der Batterie, wenn Du die Kontakte prüfst, mal die Spannung messen. Grobe Richtwerte sind knapp 13 Volt im Leerlauf und knapp 14 bei 3000 Umdrehungen. Das kostet ja nix.

    Deine Beta Alp hatte übrigens den Motor der Suzuki DR350, nicht der DR-Z400. Und als Beta-Fahrer kann ich nur sagen, dass Du im Beta-Forum oder auch beim Feldwegstreuner eine Menge Kritik zu Verarbeitung und Zuverlässigkeit hörst. Also, mach Dir keinen Kopf...die Honda ist gut; Hauptsache, der Vorbesitzer war es auch...

    Viele Grüße,

    Micha

    Nie schrauben Sie die Füller Heizkörper Motor
    zu vermeiden, Hitze Sonnenbrand.
    (Auszug Bedienungsanleitung Beta Rev 250 4T)

  • Hallo zusammen,

    Danke für Eure Hinweise, Ideen und Tipps, denen ich natürlich nachgehen werde und hoffe, das Problem damit zu finden und eliminieren zu können.
    Ich hab die Honda an der Garage nach Ankunft eine Weile im Stand beobachtet - war völlig unauffällig. Mehrmalige Startvorgänge absolvierte sie ebenso unauffällig.
    Es ist seltsam. Mangels Zeit kam ich noch nicht weiter, die kommenden Tage passiert hier auch erstmal nichts weil ich in Kurzurlaub bin ab Donnerstag.
    Ich denke, dass ich Ende kommender Woche Gelegenheit finde, der Sache auf den Grund zu gehen.
    Im Prinzio erscheint mir ein Masseproblem mitunter am wahrscheinlichsten zu sein, allerdings passen auch zu dieser Ursache die schnell arbeitenden Blinker nicht so richtig ….
    Habe übrigens an der CRF eines Freundes (2013-er MD38) etwas mitbekommen, was auch nicht so schön ist: in einen der beiden hinteren Blinker lief aufgrund unbemerkt gebliebener, defekter Gummiabdichtung zwischen schwarzem Plastikgehäuse des Blinkers und dem orangenen Blinkerglas Wasser bis in die Fassung und diese rostete zusammen, selbst die eingesetzte Birne war am Sockel völlig vergammelt und insgesamt in der Fassung festgefressen- die Birne ließ sich kaum hinausstehend …. Wenn man sich die Abdichtung mal näher ansieht, erkennt man deren unzureichende Konstruktion.
    Ich werde das regelmäßig kontrollieren und ggf. selbst ändern an der Honda.

    Dann mal bis demnöchst, bleibt alle schön gesund und genießt den so langsam heranziehenden Herbst auf der CRF.
    Tom

  • Bei spontaner selbstheilung kann es eigentlich nur eine von 2 Sachen sein: Wackelkontakt oder ein thermisches Problem. Ich hatte auf meiner S51 vor Jahren mal ein ähnliches Problem (ging nach 20 min Fahrt einfach aus, ließ sich nicht mehr starten, erst nach 20 Minuten wieder und lief dann wieder problemlos - für 20 Minuten) aber das ist ja ein technisch ganz und gar anderes Gefährt. Dort war es die Zündspule, die warm nicht mehr zünden wollte.

    Zum zugeschnürt anfühlen: ich bin beide nie im Vergleich gefahren aber ab 2017 gab es ja Euro 4. Auf dem Papier hat die 2017er mehr Spitzenleistung und mehr Spitzendrehmoment aber es könnte trotzdem sein, dass etwas Elastizität verloren gegangen ist. Ist wie gesagt eine rein theoretische Überlegung. Ich bin bisher nur vor-ABS Modelle gefahren.

  • Zitat

    Bei spontaner selbstheilung kann es eigentlich nur eine von 2 Sachen sein: Wackelkontakt oder ein thermisches Problem.

    Oder Feuchtigkeit!?

    Mal den Stecker vom Steuergerät prüfen!

  • In all den Jahren, in denen ich nun schon an Hondas schraube, kann ich eines zusammenfassen: wenn Fehler auftraten, waren sie immer einfachster Natur. An elektrischen Bauteilen fielen aus: ein Seitenständerschalter und einige Regler (wegen der erwähnten thermischen Überlastung). Jedesmal, wenn eine Werkstatt ein defektes Steuergerät (oder dessen Peripherie) verdächtigte, war es die blanke Hilflosigkeit nach dem Motto: das ist ein furchtbar teurer Kasten, von dem wir keine Ahnung haben und den Du, lieber Kunde, nicht bezahlen kannst. Wenn wir den Fehler nicht finden, muss es das sein, und Du holst Dein Motorrad besser wieder ab. :lol:

    Tatsächlich war das nie die Ursache und der Fehler war, systematisch eingegrenzt, meist ausgesprochen banal.

    Mein Highlight war ein Münchner Honda-Vertragshändler, zu dem der Kunde eine Hornet 900 brachte, mit nur 10.000 gelaufenen Kilometern. Sie sprang nicht mehr an. Zunächst tauschte der Händler die Benzinpumpe (800 Euro!) und sagte dann, der Kabelbaum wäre defekt, weil das Motorrad noch immer nicht lief. Als der Kunde erschrocken sagte, dass ihm das zu teuer wäre (770 Euro plus Einbau), machte ihm die Werkstatt ein unschlagbares Angebot:
    Bisher würde die Reparatur etwa 1000 Euro kosten. Sie hätten aber jemanden, der das defekte Motorrad für eben diese 1000 Euro kaufen würde. Der Kunde sollte also einfach sein Motorrad verschenken und wäre schuldenfrei! Empört sagte der, dass er das nicht wolle. Worauf die Werkstatt trocken meinte, das wäre doof, sie hätten dem Interessenten das Motorrad schon mitgegeben... :o

    Ich glaube, die einzige Honda, die in der Hinsicht etwas problematisch ist, war die erste Transalp mit der CDI unter der Sitzbank. Da kam es schon mal vor, dass die Bank unter schweren Fahrern die CDI zerstörte (durch mechanische Einwirkung wohlgemerkt).

    Einen Fehler wie den erwähnten hatte ich schon durch eine etwas zu lange Schraube am Batteriepol. Die stand unten auf dem Gehäuse auf und der Kabelschuh war trotzdem nicht ganz fest. Eine Unterlegscheibe löste das Problem. Solche (in dem Fall selbst produzierten) Fehler sind viel häufiger als wirkliche Defekte. Und die Elektrik der CRF ist gut gegen Wasser abgedichtet, da wird auch im Bereich der Steckverbindungen nichts passieren.

    Viele Grüße,

    Micha

    Nie schrauben Sie die Füller Heizkörper Motor
    zu vermeiden, Hitze Sonnenbrand.
    (Auszug Bedienungsanleitung Beta Rev 250 4T)

  • Hallo zusammen,
    ... die Saison naht und ich habe mal wieder in die Garage geschaut - wollte die wenige frei Zeit die ich habe nutzen um ein bisschen was zu schrauben an der CRF.

    Mein letzter Eintrag stammt ja aus dem Herbst 2021, damals hatte ich ein massives Elektrikproblem geschildert, welches lange mangels Zeit dafür unbearbeitet blieb.
    Zum Fall in 2021:
    meine CRF blieb ja auf dem Heimweg einer kleinen Tour mit komplett ausgefallener Elektrik an einer Tanke liegen, wollte nach dem Tankvorgang einfach gar nicht mehr starten nachdem sie ein paar Kilometer zuvor bereits ab und an Ansätze von Ruckeln (eindeutig so wie Zündaussetzer sich anfühlen oder ganz kurzer Spritmangel) hatte, zumindest gefühlsmässig - das war aber immer nur ganz, ganz kurz - in dem Moment wo man es ahnen konnte, war's schon wieder weg und sie lief dann völlig normal. Dass sie insgesamt etwas lahm ist oder es mir so vor kommt als ob, das wird die neue Saison hoffentlich regeln oder zeigen, womöglich ist sie dahingehend auch einfach noch nicht fertig eingefahren oder vom Vorbesitzer zu zaghaft untertourig "zugekokt" worden - der war sowieso irgendwie ein schräger Vogel. Dazu aber nachher noch etwas mehr in einem neuen Thread, da frage ich mal in die Runde und vielleicht bekomme ich dann ja auch wieder so tolle Hilfe und Gedankenansätze von erfahrenen Leuten hier ( ... Danke Micha!).

    Aber nun zur Schilderung der eigentlichen Problemlösung: dass es mit der Stromversorgung/ Spannung zu tun haben musste, war so gut wie hundertprozentig klar, denn es fiel ja dann immer die ganze Elektrik aus, samt Display. Das fiel nur anfangs nicht auf, weil es stets bloß Sekundenbruchteileund immer während der Fahrt, also in Bewegung und mit Lenk- oder Nickbewegung, andauerte ... und man ja nicht ständig das Auge aufs Display gerichtet hat sondern eher auf die Straße. Am Abblendlicht konnte ich es bei den Fahrten (stest am sonnigen Tag) auch nicht festmachen, lediglich ein- oder zweimal fiel der Blinker kurz aus oder wurde asehr schnell um dann wieder in den normalen Rhytmus zu kommen, auch dieses Phänomen verunsicherte mich bei der Fehlersuche oder schickte nich vielleicht gedanklich viel zu weit in Richtung eines Steuergerätes - alles "Banale" war also zigmal durchgesehen und trotzdem fiel mit nicht auf, dass das eine der beiden Batteriekabel sich gelockert hatte. Auch danach hatte ich zuvor direkt nach dem Liegenbleiber(als erstes, nachdem ich zu Hause mit Werkzeug den linken Seitendeckel entfernt hatte ...) zwar schon gesehen, daran gezogen und gezuppelt, jedoch schien da alles (beide Polbefestigungen) fest zu sein. Es schien offenbar aber nur so ...

    Da ich sehr genau bin, bei allem und insbesondere wenn ich an Fahrzeugen schraube, verstehe ich bis heute nicht, warum mir das damals nicht auffiel, obwohl ich auch genau diese Stelle förmlich in den Fingern hatte - eine der ersten Möglichkeiten überhaupt, an die man denkt. Weshalb ich diese einfache Möglichkeit ausschloss, geprüft und abgehakt.
    Als ich dann irgendwann im Dezember wieder Lust, Laune und etwas Zeit hatte, nahm ich die Gelegenheit wahr und wagte erneut einen Blick darauf, Seitendeckel war eh' noch unten und aufgrund weiterer geplanter Modifikationen insbesondere an der Elektrik fing ich an, Vorbereitungen zu machen, was man halt so macht wenn man mal eben ein halbes Stündchen in der Garage ist (streicheln, gut zureden, ein paar Teile demontieren). Die Batterie sollte raus, dazu natürlich beide Kabel von den Polen gelöst werde, Dabei fiel mir dann auf, dass das rechte Kabel sich doch gelockert hatte - offensichtlich genügte das fast nicht merkliche Bisschen aber, je nach Bewegung des Motorrades einen Luftspalt ohne elektrischen Kontakt entstehen zu lassen - damit war klar, dass es einfach und lapidar war. Warum sich die Schraube löste, weiß ich nicht, ich hatte zuvor die Polklemme gelöst und etwas zusätzlich mit daran befestigt, aber mit absoluter Sicherheit auch wieder fest gezogen gehabt. Anfangs lief sie so ja auch problemlos, erst nach einigen Kilometern (ca. 60 km) traten die Phänomene auf, Zuerst schien es mir, als wäre die Schraube zu lang und würde am Gehäuse der (Serien-)Batterie anstehen, was aber nicht sein kann - es kam ja ein zusätzlicher Kabel-Ringschuh dran und die Schraube wurde dabei nicht ausgetauscht gegen eine längere. Ich frage mich jetzt natürlich, ob ich die irgendwie sichern muss, aber Schraubensicherung ("Loctite") ist nicht wirklich eine gute Idee für einen Batteriepol-Anschluss ...
    Ich hatte das in meinen früheren Motorradzeiten auch noch nie, dass eine Polklemme/ Schraube an der Klemme sich von selbst löst - auch wenn ich der Sache jetzt so überhaupt nicht mehr traue und mir denke, ein rüttelnder und schüttelnder Einzylinder kann ja auch mal was losvibrieren ...
    Sichert Ihr manche Schrauben und wenn ja, wie?
    Im Gegenzug liess sich zum Besipiel die eine Schraube, mit der der Metallbügel die Batterie zum Seitendeckel hin fixiert, nicht mehr öffnen, war sofort rund (Inbus) und musste ausgebohrt werden. Die war also wiederum so fest, dass nichts losgerüttelt wurde, sehr seltsam das Ganze.

    Als die Aktion gelaufen war, las ich mir hier nochmals Eure Hilfestelungen und Kommetare durch (erneut vielen Dank für jeden Input!) und muss sagen, der letzte Eintrag war dann genau so wie es am Motorrad auch war, da hat Micha nochmals auf den Batteriepol bzw. die Befestigung/ ein losses Kabel hingewiesen gehabt. Er nannte da auch noch das Thema zu lange Schraube.

    Wenn Ihr also etwas dazu sagen könnt, was die Schrauben an den Polen der Batterie rüttelfest an ihrem Platz hält, so freue ich mich - vielleicjht lässt sich so mancher Ungemach vermeiden.

    Euch allen einen guten Saisonstart!

    Thomas

  • Hallo zusammen,
    ... die Saison naht und ich habe mal wieder in die Garage geschaut - wollte die wenige frei Zeit die ich habe nutzen um ein bisschen was zu schrauben an der CRF.

    Mein letzter Eintrag stammt ja aus dem Herbst 2021, damals hatte ich ein massives Elektrikproblem geschildert, welches lange mangels Zeit dafür unbearbeitet blieb.
    Zum Fall in 2021:
    meine CRF blieb ja auf dem Heimweg einer kleinen Tour mit komplett ausgefallener Elektrik an einer Tanke liegen, wollte nach dem Tankvorgang einfach gar nicht mehr starten nachdem sie ein paar Kilometer zuvor bereits ab und an Ansätze von Ruckeln (eindeutig so wie Zündaussetzer sich anfühlen oder ganz kurzer Spritmangel) hatte, zumindest gefühlsmässig - das war aber immer nur ganz, ganz kurz - in dem Moment wo man es ahnen konnte, war's schon wieder weg und sie lief dann völlig normal. Dass sie insgesamt etwas lahm ist oder es mir so vor kommt als ob, das wird die neue Saison hoffentlich regeln oder zeigen, womöglich ist sie dahingehend auch einfach noch nicht fertig eingefahren oder vom Vorbesitzer zu zaghaft untertourig "zugekokt" worden - der war sowieso irgendwie ein schräger Vogel. Dazu aber nachher noch etwas mehr in einem neuen Thread, da frage ich mal in die Runde und vielleicht bekomme ich dann ja auch wieder so tolle Hilfe und Gedankenansätze von erfahrenen Leuten hier ( ... Danke Micha!).

    Aber nun zur Schilderung der eigentlichen Problemlösung: dass es mit der Stromversorgung/ Spannung zu tun haben musste, war so gut wie hundertprozentig klar, denn es fiel ja dann immer die ganze Elektrik aus, samt Display. Das fiel nur anfangs nicht auf, weil es stets bloß Sekundenbruchteileund immer während der Fahrt, also in Bewegung und mit Lenk- oder Nickbewegung, andauerte ... und man ja nicht ständig das Auge aufs Display gerichtet hat sondern eher auf die Straße. Am Abblendlicht konnte ich es bei den Fahrten (stest am sonnigen Tag) auch nicht festmachen, lediglich ein- oder zweimal fiel der Blinker kurz aus oder wurde asehr schnell um dann wieder in den normalen Rhytmus zu kommen, auch dieses Phänomen verunsicherte mich bei der Fehlersuche oder schickte nich vielleicht gedanklich viel zu weit in Richtung eines Steuergerätes - alles "Banale" war also zigmal durchgesehen und trotzdem fiel mit nicht auf, dass das eine der beiden Batteriekabel sich gelockert hatte. Auch danach hatte ich zuvor direkt nach dem Liegenbleiber(als erstes, nachdem ich zu Hause mit Werkzeug den linken Seitendeckel entfernt hatte ...) zwar schon gesehen, daran gezogen und gezuppelt, jedoch schien da alles (beide Polbefestigungen) fest zu sein. Es schien offenbar aber nur so ...

    Da ich sehr genau bin, bei allem und insbesondere wenn ich an Fahrzeugen schraube, verstehe ich bis heute nicht, warum mir das damals nicht auffiel, obwohl ich auch genau diese Stelle förmlich in den Fingern hatte - eine der ersten Möglichkeiten überhaupt, an die man denkt. Weshalb ich diese einfache Möglichkeit ausschloss, geprüft und abgehakt.
    Als ich dann irgendwann im Dezember wieder Lust, Laune und etwas Zeit hatte, nahm ich die Gelegenheit wahr und wagte erneut einen Blick darauf, Seitendeckel war eh' noch unten und aufgrund weiterer geplanter Modifikationen insbesondere an der Elektrik fing ich an, Vorbereitungen zu machen, was man halt so macht wenn man mal eben ein halbes Stündchen in der Garage ist (streicheln, gut zureden, ein paar Teile demontieren). Die Batterie sollte raus, dazu natürlich beide Kabel von den Polen gelöst werde, Dabei fiel mir dann auf, dass das rechte Kabel sich doch gelockert hatte - offensichtlich genügte das fast nicht merkliche Bisschen aber, je nach Bewegung des Motorrades einen Luftspalt ohne elektrischen Kontakt entstehen zu lassen - damit war klar, dass es einfach und lapidar war. Warum sich die Schraube löste, weiß ich nicht, ich hatte zuvor die Polklemme gelöst und etwas zusätzlich mit daran befestigt, aber mit absoluter Sicherheit auch wieder fest gezogen gehabt. Anfangs lief sie so ja auch problemlos, erst nach einigen Kilometern (ca. 60 km) traten die Phänomene auf, Zuerst schien es mir, als wäre die Schraube zu lang und würde am Gehäuse der (Serien-)Batterie anstehen, was aber nicht sein kann - es kam ja ein zusätzlicher Kabel-Ringschuh dran und die Schraube wurde dabei nicht ausgetauscht gegen eine längere. Ich frage mich jetzt natürlich, ob ich die irgendwie sichern muss, aber Schraubensicherung ("Loctite") ist nicht wirklich eine gute Idee für einen Batteriepol-Anschluss ...
    Ich hatte das in meinen früheren Motorradzeiten auch noch nie, dass eine Polklemme/ Schraube an der Klemme sich von selbst löst - auch wenn ich der Sache jetzt so überhaupt nicht mehr traue und mir denke, ein rüttelnder und schüttelnder Einzylinder kann ja auch mal was losvibrieren ...
    Sichert Ihr manche Schrauben und wenn ja, wie?
    Im Gegenzug liess sich zum Besipiel die eine Schraube, mit der der Metallbügel die Batterie zum Seitendeckel hin fixiert, nicht mehr öffnen, war sofort rund (Inbus) und musste ausgebohrt werden. Die war also wiederum so fest, dass nichts losgerüttelt wurde, sehr seltsam das Ganze.

    Als die Aktion gelaufen war, las ich mir hier nochmals Eure Hilfestelungen und Kommetare durch (erneut vielen Dank für jeden Input!) und muss sagen, der letzte Eintrag war dann genau so wie es am Motorrad auch war, da hat Micha nochmals auf den Batteriepol bzw. die Befestigung/ ein losses Kabel hingewiesen gehabt. Er nannte da auch noch das Thema zu lange Schraube.

    Wenn Ihr also etwas dazu sagen könnt, was die Schrauben an den Polen der Batterie rüttelfest an ihrem Platz hält, so freue ich mich - vielleicjht lässt sich so mancher Ungemach vermeiden.

    Euch allen einen guten Saisonstart!

    Thomas

  • Hallo Flensburger,

    ja, an Loctite mittelfest dachte ich auch schon, war aber nicht mutig genug - mag ja nicht nochmal eine Schraube ausbohren müssen, schon gar nicht unterwegs.
    Ist die mittelfeste Version nicht doch noch etwas zu fest? Gibts davon auch eine etwas mildere Variante? Ich sah als einfachste stets nur die mittelfeste in den Läden stehen ...

    Gruß,
    Thomas

  • Es gibt niedrig feste Schraubensicherung. Ich hab Loctite 243 (mitrelfest) und 270 (hochfest) von Arbeit, niedrigfest hab ich mir mal liqui moly bei Amazon gekauft. Ist günstiger. Bei LM heißt das "Feinmechanik", ist aber das gleiche
    https://www.amazon.de/Liqui-Moly-381…ps%2C115&sr=8-3

    Allerdings verwende ich bei Batteriepolen lieber Federscheiben, da Loctite eben nicht leitend ist. Wenn man (wie leider viele) zu viel nimmt kann sich das beim anziehen zwischen die Kontakte klemmen und isolieren.

  • Hallo Stephan und bwm,

    Euere Infos sind genau das, was ich meinte, und helfen - vielen Dank!
    DAS macht ein Forum aus, schnelle Hilfe und viele Ideen vieler Gleichgesinnter.

    Grüße,
    Thomas

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